Meinungsfreiheit in der Türkei

Türkei blockiert Cloud-Dienste wie Dropbox und Github

Am Wochenende hat die Regierung der Türkei den Zugang zu sämtlichen Cloud-Diensten gesperrt. Der Grund für die Zensur? E-Mails mit brisanten Inhalten, die aus dem Verwandtenkreis des türkischen Präsidenten Erdoğans kamen, wurden von „Redhack“, einer linken Aktivistengruppe, veröffentlicht. Es folgten – neben der Sperre – auch zwölf Verhaftungen.

Turkey Blocks verwies auf die Sperre

Turkey Blocks nennt sich die Organisation der Zensurbeobachtung, die bereits am Samstag meldete, dass zahlreiche Cloud-Dienste wie Google Drive, Dropbox und Microsoft Onedrive gesperrt wurden. Nutzer erhielten eine SSL-Fehlermeldung.

Turkey Blocks verwies in diesem Zusammenhang auf eine neuerliche Zensur, welche von Seiten der türkischen Regierung ausgegangen ist. So sollen die Anfragen durch den Landes-Provider abgefangen und umgeleitet worden sein. Sonntag folgte zudem noch die Sperrung von Github, dem wichtigsten und größten Hosting-Dienst für Open-Source-Software.

Redhack bekannte sich zur Veröffentlichung

Doch warum wurden sämtliche Cloud-Dienste gesperrt? Zahlreiche E-Mails, die auf den Cloud-Hostern veröffentlicht wurden, stammten von Energieminister Berat Albayrak, der nicht nur ein türkischer Geschäftsmann, sondern auch der Schwiegersohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan ist. Redhack, eine linke Aktivistengruppe, hat sich zu der Veröffentlichung bekannt. Die Inhalte der E-Mails waren zudem äußerst brisant: So soll es in den E-Mails um Kontakte der Regierung mit dem „Islamischen Staat“, jener Terror-Miliz, die auch als IS bekannt ist, gehen. In den E-Mails wurde auch über die Medienkontrolle geschrieben.

Der Umfang dieser E-Mails ist enorm; 20 Gigabyte wurden hochgeladen. Derzeit sitzen zwölf Menschen in Haft; die türkische Regierung hat den zwölf Inhaftierten vorgeworfen, ein Teil der Redhack-Gruppe zu sein. „Turkey Blocks“ meldete am Sonntag, dass Google Drive wieder freigegeben worden sei. Google sei der Verfügung nachgekommen und hat das Material vom Server entfernt. Die türkische Regierung begründete die Zensur mit der Gesetzesnummer 5651. Ein Gesetz, welches bereits im Jahr 2007 verabschiedet wurde.

Der Kampf gegen die Opposition in der Türkei

Die Blockade folgte nach den unzähligen Säuberungsaktionen gegen die türkische Opposition. Nachdem der Militärputsch im Juli scheiterte, geht Präsident Erdoğan noch stärker gegen die Opposition vor. Die Regierung nimmt dabei, so Erdoğan, Anhänger der sogenannten Gülen-Bewegung ins Visier, die für den Putsch verantwortlich gewesen sein sollen. Seit Juli wurden mehrere kritische Presseorgane geschlossen; immer mehr Angestellte von Bildungseinrichtungen dürfen nicht mehr die Türkei verlassen. Zudem wurden Zehntausende Staatsbedienstete gekündigt. In den letzten Wochen wurden auch immer mehr pro-kurdische TV-Sender geschlossen, die der Regierung eine Nähe zur PKK nachsagten.

Die Zensur lässt sich somit in der Türkei lediglich noch mittels einer VPN Lösung umgehen. SpyOFF bietet beispielsweise einen VPN Client für sämtliche Geräte an, welcher das Aushebeln der Sperre ermöglichen soll und dabei hilft, die tatsächliche IP-Adresse sowie den physischen Standort des Nutzers zu verbergen. Des Weiteren kann man SpyOFF für 15 Tage kostenlos und vollkommen unverbindlich testen.

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