VPN in Ugande

Afrika-Wahlen im Offline-Modus

Vor zwei Wochen konnte man in Uganda weder auf Facebook, Twitter oder WhatsApp zugreifen. Das Land befand sich – auf Grund der Präsidentschaftswahlen – im „technischen Ausnahmezustand“. Die Regierung machte auch kein Geheimnis daraus, die sozialen Netzwerke zu blockieren. Lindsey Kukunda, ugandische Bloggerin sowie Journalistin, informierte den Internetprovider mittels SMS und erhielt die Antwort, dass die Blockade von Seiten der ugandischen Telekommunikationsbehörde erfolgte. Kukunda konnte – wie so viele andere Menschen in Uganda – nicht glauben, was passiert sei. Schlussendlich hat die Regierung nicht nur die Meinungsfreiheit eingeschränkt, sondern auch zur Gänze illegal gehandelt.

Wenn Facebook, Twitter und WhatsApp von den Behörden blockiert werden

Es seien Sicherheitsbedenken gewesen, so der Präsident Yoweri Museveni, der Gewaltausbrüche verhindern wollte. Auch eine illegale Bekanntgabe der Wahlergebnisse konnte, so der Dauerpräsident, auf diese Art und Weise verhindert werden. Eine Begründung, die fragwürdig ist und in weiterer Folge auch unglaubwürdig erscheint. Auch der Leiter der KAS – der Konrad-Adenauer-Stiftung – welche in Uganda mit Mathias Kamp besetzt ist, findet das Verhalten fragwürdig. Am Ende seien sich alle Menschen in Uganda sicher: Meinungsfreiheit ist im Rahmen der Präsidentschaftswahl unerwünscht.

Mittels VPN Zugang in soziale Netzwerke

Doch die Sabotage hat nur bedingt funktioniert. Am ersten Tag haben rund 1,5 Millionen Menschen einen Umweg über sogenannte VPN Software genommen, damit weiterhin soziale Netzwerke genutzt werden konnten. Mittels VPN Software war es möglich, direkt auf ausländische Server zugreifen zu können. Auf jenen Server haben die Behörden Ugandas keinen Zugriff. Dass die Strategie der Behörden wohl in die andere Richtung ging, bestätigte auch Kukunda. Nun sei die Politik den Leuten nicht mehr egal. Viele junge Leute, welche die Blockade nicht in Ordnung fanden, sind nun hellhörig geworden. Es sieht so aus, als hätten sich die Behörden mit ihrem Vorgehen ein klassisches Eigentor geschossen. Dass Mathias Kamp schon seit längerer Zeit Einschränkungen in Sachen Meinungsfreiheit, bürgerlicher Rechte und Demokratie erkennen konnte, ist kein Geheimnis. Die Blockade der sozialen Medien sei ein weiteres Ereignis gewesen, was Kamp in seiner Meinung bestätigte, aber auch dafür sorgte, dass viele Menschen in Uganda plötzlich hellhörig wurden.

Uganda ist kein Einzelfall

In Sambia, Ghana, im Tschad sowie in Kongo wird nächstes Jahr gewählt. Seit dem „Afrikanischen Frühling“ wissen alle Länder, welche Macht von sozialen Netzwerken ausgehen kann. Auch Ägypten erlebte – als erstes Land überhaupt – den „Arabischen Frühling“, der ohne soziale Netzwerke wohl nicht möglich gewesen wäre. Im Tschad wird seit Tagen Facebook blockiert; Kritik an der Regierung wird nicht geduldet. Auch im Sahelstaat Niger wurden mobile sowie digitale Kommunikationskanäle zu Beginn des Jahres gesperrt. Dass im Kongo sogar SMS-Dienste gesperrt wurden, ist auch kein Geheimnis.

Wenn Regierungen keine Kritik mehr dulden

Für Kamp, der mittendrin dabei ist, sind derartige Blockaden keine Einzelfälle und keine Seltenheit mehr. Sie gehören heute zur Tagesordnung. Doch die Leute haben erkannt, wie sie sich, mittels VPN, dagegen wehren können.

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