Sicher und anonym surfen mit Windows 10

Wie Sie Windows 10 Datenschutz beibringen!

Seit dem Debakel mit Windows 8 bemüht sich Microsoft, durch ein kostenloses Update auf den Nachfolger die Herzen der Anwender zurückzuerobern. Doch die Schlagzeilen zu Windows 10 werden vor allem von einem Thema beherrscht: dem Datenschutz. Dieser Artikel befasst sich daher mit der Frage, ob es mit Microsofts jüngstem Betriebssystem-Spross noch möglich ist, im Internet einigermaßen anonym zu surfen. Oder müssen wir damit rechnen, dass der Konzern aus Redmond bald alles über uns weiß? datenschutz

Großes Mitteilungsbedürfnis

Mit den Werkseinstellungen installiert, erhebt und versendet Windows 10 so viele Nutzerdaten wie keine Version zuvor.
Haben Sie das Benutzerkonto mit einem Microsoft-Account verknüpft, synchronisiert das System beim Login standardmäßig verschiedene persönliche Einstellungen mit der Cloud. Dazu gehören das Hintergrundbild, Einstellungen der Apps aus dem Windows Store, aber auch der Browserverlauf, gerade betrachtete Webseiten und WLAN-Kennwörter. Diese Synchronisierung ist praktisch, lassen sich damit doch verschiedene Geräte auf den gleichen Stand bringen. Durch die Synchronisation der Browserdaten ist Microsoft allerdings immer im Bild, was einen im Web interessiert. Anonym surfen ist unmöglich. Die Weitergabe der WiFi-Passwörter bedroht überdies das sichere Surfen im drahtlosen Netzwerk.
Besonders neugierig ist die virtuelle Assistentin Cortana. Sie wertet nicht nur Sprachdaten aus, um den User mit der Zeit besser zu verstehen. Sie leitet auch den aktuellen Standort, den Standortverlauf und Statistiken zur Nutzung der Apps weiter. Doch nicht genug: Cortana liest sämtliche Mails und SMS mit und interessiert sich für den Browserverlauf.

Auf Express-Installation verzichten

Müssen wir uns entweder mit einem orwellschen Szenario abfinden oder auf Windows 10 verzichten? – Nein! Der Datenhunger lässt sich dem neuen Microsoft-System abgewöhnen und dies ist gar nicht so schwer.
Wer auf die Express-Installation verzichtet (im Installations-Bildschirm Schnell einsteigen auf den Link Einstellungen anpassen klicken), kann die Datenweitergabe-Optionen schon während des Installationsprozesses ändern.

Datenschutz – Optionen ändern

Doch keine Bange. Die Datenschutz-Einstellungen lassen sich auch nach der Installation problemlos anpassen. Einen wichtigen Anlaufspunkt finden Sie auf der Seite Datenschutz in den Windows-Einstellungen (Windows-Taste + I). Hier lassen sich neben Werbungs-ID, Positionserkennung, Zugriff auf Kamera und Mikrofon oder Diagnosedaten viele weitere Datenschutz-Optionen steuern.
Das Senden von Diagnosedaten ist übrigens nicht vollständig deaktivierbar. Verhindern lässt sich jedoch, dass zusammen mit den Diagnosedaten Teile privater Dokumente an Microsoft gelangen. Dazu wählen Sie im Menü Feedback und Diagnose unter Diagnose- und Nutzungsdaten die Option Einfach.
Eine der wenigen Datenschutz-Einstellungen, die Sie nicht abschalten sollten, ist der SmartScreen-Filter im Menü Allgemein. SmartScreen ist ein Phishing- und Malware-Filter, der für sicheres Surfen im Internet sorgt.
Auf der Datenschutz-Seite in den Windows-Einstellungen lässt sich auch die Zusammenarbeit mit der indiskreten Assistentin Cortana abbrechen. Ein Klick auf die Schaltfläche Kennenlernen beenden im Menü Spracherkennung, Freihand und Eingabe bewirkt, dass Cortana ihre virtuelle Nase nicht mehr in Dinge steckt, die sie nichts angehen. Die bereits gesammelten Daten müssen Sie allerdings separat auf Ihrer Cloud löschen.

Konten-Einstellungen anpassen

Die Synchronisierung der persönlichen Einstellungen mit anderen Geräten ändern Sie im Menü Einstellungen synchronisieren auf der Seite Konten der Windows-Einstellungen. Sie können die Synchronisierung gänzlich ausschalten oder beispielsweise nur den Abgleich von Webbrowsereinstellungen und WLAN-Passwörtern verweigern.
Wer möglichst anonym surfen will, tut gut daran, sich in Windows 10 nicht mit einem Microsoft-Konto anzumelden. Haben Sie Ihr Benutzerkonto während der Installation mit einem Microsoft-Account verknüpft, lässt sich dies rückgängig machen: Auf der Konten-Seite der Windows-Einstellungen wählen Sie unter dem Menüpunkt Ihr Konto die Option Stattdessen mit einem lokalen Konto anmelden.
Windows 10 zeigt in der Standardinstallation erheblichen Datenhunger, der tief in die Privatsphäre eingreift und das sichere Surfen im Internet bedroht. Mit einigen Einstellungen lässt sich der Datenschutz im neuen Betriebssystem aus Redmond jedoch deutlich verbessern.

*https://windows.microsoft.com/de-de/windows-10/windows-privacy-faq

Der SpyOFF VPN-Client für Windows

Datenschutz download-for-windows

Kommentar verfassen